Korfu – was für eine Trauminsel. Neben Kreta und Rhodos zählt Korfu zu den beliebtesten Inseln Griechenlands. Zahlreiche Urlauber kommen Jahr für Jahr auf diese Insel. Ein mildes Klima, unglaublich viel Grün, warme Sommer mit viel Sonnenschein, schöne Strände und Buchten sowie kristallklares Wasser – braucht man noch mehr Gründe, um nach Korfu zu reisen?

Können Sie sich noch an dieses Gefühl erinnern? Sandkörner zwischen den Zehen, Sonnencremeduft auf der Haut, salziges Meerwasser in der Luft: Schön entspannt, so muss Strandurlaub sein. Und das geht auf Korfu hervorragend. Korfu liegt westlich des Festlands – da wo Griechenland an Albanien grenzt. Die Insel ist die siebtgrösste des Landes und gilt als eine der beliebtesten. Neben schönen Stränden gibt es aber noch viel mehr zu entdecken. Darum macht es Sinn, einen Mietwagen zu organisieren oder Sie reisen mit dem eigenen Auto an, was nicht einmal so kompliziert ist. Von Ancona in Italien fahren täglich Fähren nach Igoumenitsa, wo Sie nur noch eine kurze Fährüberfahrt von Korfu-Stadt trennt. Empfehlenswert ist eine dauerhafte Bleibe, sei es ein nettes Hotel oder gemütliches Bungalow am Meer, von wo aus Sie die Insel entdecken können.

Bereits bei der Anreise zeigt Korfu ein deutlich anderes Gesicht, als man es von anderen griechischen Inseln gewohnt ist. Korfu ist grün! Es duftet nach Zypressen, Pinien, Orangen- und Zitronenbäumen. Eine Besonderheit: Auf Korfu finden Sie über zwanzig Orchideenarten! Dank seines Mikroklimas wachsen auf Korfu geschätzt 4 Millionen Olivenbäume. Mehr als die Hälfte der Inselfläche soll mit Olivenhainen bewachsen sein. Die Oliven wurden den Korfioten im 16. Jh. von den Venezianern gebracht, die die Geschicke der Insel während fast 400 Jahre als Kolonialmacht leiteten. Die Venezianer haben auch in der Architektur und in der korfiotischen Küche ihre unverkennbaren Spuren hinterlassen. Ihnen ist es zu verdanken, dass Korfu, im Gegensatz zu den anderen griechischen Inseln, nie unter türkische Herrschaft gefallen ist. Der sonst in Griechenland übliche orientalische Touch ist hier schlicht nicht vorhanden. Auch das macht die Insel und die Stadt Korfu so überraschend anders.

Korfu-Stadt ist auf alle Fälle einen Ausflug wert. Beginnen Sie Ihren Spaziergang an der Uferpromenade mit Blick auf die alte Festung, eine der insgesamt fünf venezianischen Burgen auf Korfu. Weiter geht’s über die Grünfläche Spianada. Wer Glück hat, kann hier die Korfioten bei einer gänzlich ungriechischen Beschäftigung beobachten. Eine Hinterlassenschaft des britischen Protektorats im 19. Jahrhundert ist Cricket. Und so verwundert es nicht, dass die griechische Cricket Nationalmannschaft in Korfu beheimatet ist. Kaum haben Sie den Platz überquert und das Stückchen England hinter sich gelassen, begrüsst Sie schon Frankreich. Auch die kurze Phase der französischen Herrschaft über Korfu Ende des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts hat unverkennbare Spuren hinterlassen. Liston heisst der Häuserzug, der die Handschrift des französischen Ingenieurs Mattie de Lesseps trägt und der Korfu einen kleinen Hauch von Paris verleiht. Gemütliche Cafés unter den Torbögen locken Touristen und Einheimische zum Verweilen bei einem griechischen Kaffee und anderen Leckereien. Kumquat–Eiscreme zum Bespiel. Asiaten haben diese Pflanze nach Korfu gebracht und seitdem zählen Kumquatmarmelade und süss eingelegte Kumquatfrüchte zu den Spezialitäten der korfiotischen Küche. Sogar im griechischen Salat kann man sie auf Korfu finden.

Werfen Sie unbedingt einen Blick in die kleine Kirche Agios Ioannis, die älteste Kirche der Stadt, von 1480. Pater Provatas öffnet gerne seine Türen und zeigt bereitwillig die Schätze im Inneren. Auf eine kurzweilige Zeitreise ins 19. Jahrhundert lässt man sich im Museum „Casa Parlante“ an der Nikiforou Theotoki Strasse ein. Der Graf und die Gräfin öffnen für den neugierigen Besucher ihre Arbeitszimmer und Privatgemächer. Im Salon werden dem Besucher die traditionellen gebrannten Mandeln serviert und Rosenlikör kredenzt. Lassen Sie sich in der Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, treiben, degustieren Sie die korfiotischen Delikatessen in einem der vielen kleinen Läden und geniessen Sie den überraschenden Mix aus italienischer und griechischer Küche in einer der Tavernas. Pastitsada, ein lokales Gericht aus geschmortem Rindfleisch mit Tomaten und Spaghetti, schmeckt besonders gut. Ein Hauch von Zimt kitzelt den Gaumen und verleiht die griechische Note.

Übrigens: Kaiserin Sissi von Österreich war ein riesiger Korfu-Fan und liess sich im Dorf Gastouri, rund zehn Kilometer südwestlich der Insel-Hauptstadt Kerkyra, einen eigenen Palast erbauen, der 1891 fertig gestellt wurde. Sissi nannte ihn «Achilleion» und stattete ihn mit Kunstwerken der griechischen Mythologie aus. Neun Jahre nach ihrem Tod kaufte Kaiser Wilhelm II. den Palast. Heute ist der Prachtbau als Museum zugänglich. Und noch mehr Prominenz machte einst auf Korfu Halt. 1980/81 war die Insel Drehort des Films «In tödlicher Mission», in dem Roger Moore James Bond, den berühmtesten Agenten der Welt, spielt. Die malerischen Buchten, steilen Felsküsten und kurvigen Strassen boten perfekte Kulissen für spannende Verfolgungsszenen und actionreiche Stunts. Zwar hat sie es längst nicht mehr mitbekommen, aber auch Sissi hatte Anteil an dem Streifen, denn auch im Garten ihres Palasts war 007 zu Besuch.

Wussten Sie: Viele Männer auf Korfu heissen Spyros. Das ist die Kurzform von Spyridon, dem Schutzheiligen der Insel, nach dem sie benannt wurden. Seine Gebeine werden in einem Schrein in der Kirche St. Spyridon in Kerkyra aufbewahrt. Zu besonderen Feiertagen werden seine Reliquien ausgestellt und von den Gläubigen der griechisch-orthodoxen Kirche angebetet. So auch am Osterfest, welches auf Korfu gross gefeiert wird. Die Auferstehung Christi begehen die Korfioten mit  einem besonderen Brauch. In Kerkyra werfen die Griechen an Karsamstag um 11 Uhr mit Wasser gefüllte Tonkrüge aus den Fenstern und von den Balkonen. Die Scherben sollen Glück bringen.

Und dann wären da noch die zig Strände auf Korfu. Egal, ob Sie auf entspannte Strandtage stehen, lieber etwas mehr Action am Beach haben möchten oder auf der Suche nach paradiesischen Buchten sind – auf Korfu ist für jeden was dabei. Dassia Beach befindet sich an der Ostküste der Insel und Barbati Strand liegt etwas weiter nördlich. Beide bestechen durch glasklares Wasser und schönen Kiesstrand. Letzterer liegt etwas abseits der Strasse und eignet sich daher perfekt für relaxte Tage am Meer. Mehr Action erwartet Sie am Kavos Beach. Kein Wunder, denn hier gibt es in unmittelbarer Nähe unzählige Bars, Clubs und Tavernen. Dementsprechend trifft man hier viele partyhungrige Gäste. Oder doch lieber mehr Romantik? Schon allein der Name dieses Strands lässt sein Potenzial erkennen. Der Canal d’Amour Beach, der zu den bekanntesten und beeindruckendsten Stränden auf Korfu zählt, punktet mit bizarren Fels- und Sandsteinformationen, welche einen schmalen Kanal ins Landesinnere formen. Ganz in der Nähe dieses Strands können Sie auch den perfekten Sonnenuntergang mit einem Glas griechischen Wein in der Hand erleben. Im 7thHeaven Café in der kleinen Ortschaft Peroulades fühlen Sie sich wortwörtlich im siebten Himmel. 

Aufgezeichnet von Michael Bachmann
Weitere Reisebilder unter www.kissed-by-nature.com​​​​​​​​​​​​​​


So kommen Sie hin:
2x wöchentlich nonstop ab Zürich mit Edelweiss oder per Auto und Fähre ab Ancona www.ferries.gr

Wie lange soll ich hin:
1 - 2 Wochen

Beste Reisezeit:
Mai bis Oktober

Übernachtungstipp:
www.delfinoblu.gr

Highlights:
Altstadt Kerkyra, Sissi’s Achilleion, korfiotische Küche.

Mehr Ausflugtipps:
www.getyourguide.ch

Restauranttipp:
https://m.facebook.com/7thHeavenCafe