Die beeindruckende Kathedrale Santa Maria del Fiore, die Ponte Vecchio als älteste Brücke der Stadt oder die umfassende Kunstsammlung der Renaissance in den Uffizien – dies sind nur einige Florenz Sehenswürdigkeiten, die man mindestens einmal im Leben mit eigenen Augen gesehen haben sollte. Die Hauptstadt der Toskana fasziniert jedoch mit weitaus mehr: Malerische Gassen, fantastische Dachterrassen, coole Streetart und köstliche italienische Gaumenfreuden ergeben zusammen den perfekten Mix für Ihre Städtereise.

Diese Stadt ist ein wahrer Magnet, romantisch, einzigartig und voller Leben. Das Stadtbild hat sich seit der Renaissance kaum verändert, die engen Gassen kennen tausend Geschichten. Modedesigner zeigen auf der Via de’ Tornabuoni ihr Können. Gucci kam in Florenz zur Welt, genauso wie Roberto Cavalli, der übrigens wie viele Florentiner gerne in den Weinbergen ausserhalb der Stadt relaxt. Der Reichtum an Museen und Galerien ist überwältigend. In Florenz befinden sich die weltweit besten und spektakulärsten Beispiele der Renaissancekunst. Auch für die Architektur gibt es nur ein Prädikat: einzigartig!

Der Start in ein verlängertes Wochenende in Florenz gehört der sensationellen Kunst und Architektur an der Piazza del Duomo. Er ist die Hauptsehenswürdigkeit von Florenz und wirklich ein prachtvoller Anblick: der Dom. Im gotischen Stil erbaut, ist er der heiligen Santa Maria del Fiore geweiht. Auch mir entlockt er nicht nur einmal ein innerliches Wow. Seine Dimensionen sind gigantisch und auch die Fassade aus Marmor ist in höchstem Mass beeindruckend. Seine 107 Meter hohe Kuppel ist beinah von überall zu sehen und ein guter Orientierungspunkt, falls Sie sich einmal in den Strassen von Florenz verloren haben. Wenn Sie sich rechtzeitig ein Ticket gekauft haben, können Sie von oben eine atemberaubende Aussicht auf die Dächer der Stadt geniessen. Das geht übrigens auch prima vom schlanken Campanile, dem Glockenturm von Giotto, der unmittelbar neben dem Dom steht. Nach einem Rundgang durchs Kirchenschiff lohnt sich auch ein Besuch im Grande Museo, wo die Geschichte des Dombaus anhand von Kunstgegenständen und kurzen Filmen erzählt wird.

Nun lockt die Via Tornabuoni zu einem Schaufensterbummel mit einem Päuschen bei Procacci. Das winzige Café war 1885 als Feinkostladen eröffnet worden, der Trüffeln und andere Delikatessen verkaufte. Bis heute sind die häppchengrossen Brötchen mit Trüffelpaste der Renner und schmecken besonderes lecker mit einem Glas Prosecco.

Von hier ist es auch nicht weit zum Palazzo Vecchio, dessen markanter Turm ebenfalls schon von weitem sichtbar ist und vor dessen Eingang die berühmte David-Statue von Michelangelo thront. Rechts davon schweift mein Blick in die Feldherrenhalle mit ihrer imposanten Sammlung antiker Statuen.

Nur einen Steinwurf entfernt laden die Uffizien, die zu den bekanntesten Museen der Welt und natürlich auch zu den Hauptsehenswürdigkeiten von Florenz zählen, mit umwerfender Kunst aus dem 15. und 16. Jahrhundert zu einer Reise in die Renaissance. 20’000 Kunstinteressierte zieht die umfangreiche Sammlung von 3’000 Gemälden und Skulpturen täglich in ihren Bann. Der Grossteil stammt aus dem Privatbesitz der Familie Medici, darunter Werke der grossen italienischen Meister wie Botticelli, Giotto, Michelangelo oder Leonardo da Vinci. Neben diesen Kunstschätzen haben die Uffizien jedoch noch zwei weitere Highlights zu bieten: einen fantastischen, einzigartigen Blick auf die Ponte Vecchio sowie eine kleine Eisdiele mit hausgemachtem Eis auf der Dachterrasse mit Blick über die Altstadt.

Was die Uffizien in der bildenden Kunst für Gemälde darstellen, ist das Bargello Museum für Skulpturen. Die berühmte Bronzestatue des David von Donatello oder Michelangelo’s Bacchus lassen die Herzen von Renaissancefans höher schlagen. Aber auch die Architektur aus Bögen, Säulen und Treppen, die in dem Stadtpalast aus dem 13. Jahrhundert aufeinandertreffen, ist beeindruckend. In gleicher Weise die Medaillensammlung der Medici oder die Emailkunst aus dem Mittelalter.

Nach so viel Kultur wird’s höchste Zeit für was Süsses. Ein Tag ohne Eis – in Italien eigentlich unmöglich, oder? Denn wo sonst schmeckt die süsse Erfrischung so lecker wie hier! An jeder Ecke sind die Gelaterias üppig gefüllt mit bunten, vielfältigen Sorten. Hier ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei! Die Lage der Gelateria Santa Trinita ist perfekt, um mit einem Eis in der Hand den Blick auf die Ponte Vecchio zu geniessen. Die berühmte Ponte Vecchio, erbaut 1345, war die einzige Florentiner Brücke, die im Zweiten Weltkrieg nicht bombardiert wurde. Auch Überschwemmungen konnten der Brücke nichts anhaben. Zum Glück – auch für die ansässigen Juweliergeschäfte. Schon seit dem 16. Jahrhundert funkelt und glitzert es auf der Brücke. Bis heute bestimmen Juweliere das Geschehen auf der Brücke - das Handwerk wird oft von Generation zu Generation weitervererbt.

Die Menschenmassen, die sich tagsüber durch die Gassen der Stadt drängen, können irgendwann ziemlich anstrengend werden. Doch es gibt Abhilfe in Form einer der schönsten Florenz Sehenswürdigkeiten: der Boboli-Garten auf der anderen Seite des Arno Flusses. Natürlich sind Sie auch hier nicht allein, aber die Besucher verteilen sich gut auf dem weitläufigen Areal des Parks, der ursprünglich für die Medici Familie entworfen wurde.

Mit dem Eintrittsgeld von 10 Euro erhalten Sie sowohl Zugang zum Boboli-Garten, als auch zum Giardino Bardini. Über viele Stufen und durch märchenhafte Rankbögen hindurch erreicht man den ersten Aussichtspunkt vor dem Café des Parks: Die Vögel zwitschern, es duftet nach Rosen, der Sommer ist überall spürbar und Florenz liegt einem vor den Füssen:  die imposante Domkuppel und die vielen roten Dächer der Stadt wirken, umrahmt von Zypressen, wie ein Gemälde. Eine unverbaute Sicht auf die Altstadt und obendrein erst noch kostenlos gibt’s auch vom Piazzale Michelangelo. Kurz vorm Sonnenuntergang zieht es die Touristen an diesen magischen Ort mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Stadt. Gönnen Sie sich einen Aperitivo im Le Volpi e l’Uva oder kehren Sie in die Altstadt zurück und geniessen Sie einen Prosecco oder ein italienisches Bier auf einer der unzähligen Dachterrassen. So sind zum Beispiel die Plätze auf der Terrasse des Rinascente Kaufhauses heiss begehrt. Wenn die Sonne langsam hinter den Häusern verschwindet und die Lichter der Stadt zu funkeln beginnen, gibt es wohl keinen schöneren Ort, an dem man in Florenz sein möchte. Die grandiose Sicht auf den Dom und die Altstadt hat natürlich ihren Preis. Für einen Aperol Spritz ist man schnell rund 15 Euro los. Nicht weit von dieser Dachterrasse entfernt, lockt auch die Aussicht vom View on Art mit einer neuen Perspektive auf die Stadt.

Günstiger geht es auch auf der «eigenen Terrasse». Eine Vielzahl unterschiedlicher Hotels stehen im Zentrum von Florenz zur Auswahl. Im Hotel Bellavista und nur einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt, befinden sich im Dachgeschoss gemütlich eingerichtete Zimmer, zwei sogar mit kleinem Balkon, unverbautem Blick auf Altstadt und einer Sauna! Wo findet man das sonst in Florenz! Egal ob zum Frühstück oder zu einem ungestörten Aperitif abends, dieser Ort wird bestimmt auch schnell zu Ihrem Lieblingsplatz.
 
Was wäre Italien ohne seine weltweit bekannten Gaumenfreuden wie Pizza, Pasta oder Espresso? In der Bottega Conviviale gibt’s mitunter die besten Pizzen von Florenz. Der Teig ist aussen herrlich knusprig und innen wunderbar luftig; er besteht aus Mehl, Reis und Soja. In der Trattoria La Casalinga ist eine Reservierung unbedingt notwendig, denn die einfache, typisch italienische Trattoria ist äusserst beliebt. Kein Wunder, denn seit 1963 wird hier nach Oma’s Rezepten gekocht. Ein weiterer Ort, an dem sich Einheimische und Touristen mit den unterschiedlichsten Gelüsten einfinden, ist der Mercato Centrale. Sowohl für ein Glas Wein, eine vielfältige Antipasti-Platte oder authentische Pasta ist die Markthalle die richtige Adresse. Und noch ein kleiner Geheimtipp zum Schluss: das Santarosa Bistrot. In coolem Shabby-Chic-Ambiente lassen die Florentiner hier bei einem Glas Wein und kleinen Snacks den Abend ausklingen.

Impressionen

Aufgezeichnet von Michael Bachmann
Weitere Reisebilder unter www.kissed-by-nature.com​​​​​​​​​​​​​​